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Ratgeber für Unternehmen

Hygiene im Büro: Wo sich Keime sammeln und wie oft gereinigt werden sollte

Porträt eines Gründers von CleanStar im dunkelblauen Polo, lächelnd, vor hellem HintergrundEknoor SinghGründer, Team und EinsatzplanungZuletzt aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Im Büro sammeln sich Keime vor allem dort, wo viele Hände dieselben Flächen berühren: Türklinken, Lichtschalter, Aufzugsknöpfe, Kaffeemaschine, Kühlschrankgriffe, Wasserhähne und gemeinsam genutzte Geräte. Sanitärräume und Küche sollten bei jedem Einsatz gereinigt werden, Kontaktflächen mindestens wöchentlich, in Erkältungszeiten häufiger. Wirksamstes Mittel bleibt das Händewaschen.

Was im Arbeitsschutz gilt

Die Arbeitsstättenverordnung verpflichtet Arbeitgeber, Arbeitsstätten den hygienischen Erfordernissen entsprechend zu reinigen und Verunreinigungen, die zu Gefährdungen führen können, unverzüglich zu beseitigen (§ 4 Absatz 2 ArbStättV). Ein festes Intervall schreibt die Verordnung dabei nicht vor. Wie oft gereinigt werden muss, hängt von der Nutzung ab und gehört in die Planung jedes Betriebs.

Für Toiletten, Wasch- und Umkleideräume konkretisiert die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A4.1 "Sanitärräume" die Anforderungen an Einrichtung und Betrieb. Sanitärräume sind damit der Bereich, für den es die klarsten Vorgaben gibt.

Wo sich Keime im Büro sammeln

Keime werden im Büro vor allem über Hände weitergegeben. Kritisch sind deshalb nicht die Flächen, die am schmutzigsten aussehen, sondern die, die am häufigsten von verschiedenen Personen berührt werden.

Gemeinsam genutzte Kontaktflächen

  • Türklinken, besonders an Eingang, Küche und Toiletten
  • Lichtschalter
  • Aufzugsknöpfe und Treppengeländer
  • Griffe von Kühlschrank, Mikrowelle und Schränken in der Küche
  • Bedienfelder von Kaffeemaschine, Wasserspender und Drucker
  • Telefone und Tastaturen an geteilten Arbeitsplätzen und im Besprechungsraum

Teeküche

In der Küche kommen Feuchtigkeit, Lebensmittelreste und viele Hände zusammen. Spüle, Spülschwämme, Spültücher und Arbeitsflächen sind typische Problemzonen. Ein Spülschwamm, der wochenlang feucht in der Spüle liegt, ist kein Reinigungsmittel mehr. Tauschen Sie Schwämme und Tücher regelmäßig aus.

Sanitärräume

In Toiletten ist die Hygiene im Bewusstsein aller, und gerade deshalb wird hier am regelmäßigsten gereinigt. Besonders wichtig sind Armaturen, Spültasten, Türgriffe innen und Seifenspender, also wieder die Flächen, die Hände berühren.

Der eigene Arbeitsplatz

Am eigenen Schreibtisch sind es vor allem die eigenen Keime. Problematisch wird es bei geteilten Arbeitsplätzen und Desksharing. Hier sollten Tastatur, Maus und Tischfläche regelmäßig abgewischt werden, am besten mit klarer Absprache, wer das übernimmt.

Bewährte Intervalle

Die folgenden Intervalle haben sich in der Büroreinigung bewährt. Sie sind ein Ausgangspunkt, kein Gesetz. Bei viel Publikumsverkehr oder in Erkältungszeiten sollten Kontaktflächen häufiger gereinigt werden.

  • WCs, Urinale, Waschbecken, Armaturen

    Empfohlenes Intervall
    bei jedem Reinigungseinsatz, bei täglicher Nutzung täglich
  • Seife, Papier, Handtücher auffüllen

    Empfohlenes Intervall
    bei jedem Einsatz
  • Teeküche: Spüle, Arbeitsflächen

    Empfohlenes Intervall
    bei jedem Einsatz
  • Türklinken, Lichtschalter, Aufzugsknöpfe

    Empfohlenes Intervall
    mindestens wöchentlich, bei hoher Nutzung häufiger
  • Kühlschrank innen

    Empfohlenes Intervall
    monatlich und bei Bedarf
  • Geteilte Tastaturen und Telefone

    Empfohlenes Intervall
    wöchentlich
  • Freie Schreibtischflächen

    Empfohlenes Intervall
    bei jedem Einsatz

Reinigen oder desinfizieren?

Für den normalen Büroalltag reicht in den meisten Bereichen eine gründliche Reinigung. Desinfektion ist sinnvoll in Sanitärräumen und an Kontaktflächen mit sehr hoher Nutzung, oder wenn es dafür einen besonderen Grund gibt, etwa in Praxen. Wichtig ist, Desinfektionsmittel richtig zu verwenden: Einwirkzeit beachten und nur auf vorher gereinigten Flächen, sonst wirkt das Mittel schlechter.

Was Mitarbeitende selbst tun können

Die beste Reinigung hilft wenig, wenn Keime ständig neu verteilt werden. Das wirksamste Mittel ist nach den Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gründliches Händewaschen mit Seife, 20 bis 30 Sekunden lang, unter anderem nach der Ankunft im Büro, nach dem Toilettenbesuch und nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen.

Hilfreich sind außerdem:

  • ausreichend Seife und Einmalhandtücher in Toiletten und Küche
  • klare Regeln für die Küche, zum Beispiel wöchentliches Leeren des Kühlschranks
  • bei Erkältung zu Hause bleiben oder Abstand halten

Besondere Bereiche im Büro

Empfang und Wartebereich

Hier kommen Besucher an, die das Büro nicht kennen und Keime von außen mitbringen. Theke, Eingangstür, Sitzmöbel und, falls vorhanden, Kugelschreiber und Bildschirme für Unterschriften sind typische Kontaktflächen. Sie sollten bei jedem Einsatz gereinigt werden.

Besprechungsräume

Im Besprechungsraum sitzen wechselnde Gruppen am selben Tisch, oft mit Getränken und Snacks. Tischflächen, Stuhllehnen, Fernbedienungen und Konferenztelefone werden von vielen berührt. Nach Terminen mit vielen Teilnehmenden lohnt sich eine kurze Zwischenreinigung.

Desksharing und flexible Arbeitsplätze

Wo Arbeitsplätze geteilt werden, gibt es keinen "eigenen" Schreibtisch mehr. Tastatur, Maus, Telefon und Tischfläche werden von verschiedenen Personen genutzt. Klare Regeln helfen: Arbeitsplatz am Ende des Tages leer räumen, damit er gereinigt werden kann, und Reinigungstücher in Reichweite bereitstellen.

Reinigungsmittel und Tücher richtig einsetzen

Professionelle Reinigungsfirmen arbeiten häufig mit farblich getrennten Tüchern und Eimern für verschiedene Bereiche, zum Beispiel einer Farbe für Toiletten und einer anderen für Küche und Arbeitsplätze. So wird verhindert, dass Keime vom Sanitärbereich in die Küche getragen werden. Fragen Sie Ihren Anbieter, wie er das handhabt.

Auch die Dosierung zählt. Mehr Reinigungsmittel reinigt nicht besser, sondern hinterlässt Rückstände, auf denen sich wieder Schmutz sammelt.

Ein einfacher Hygieneplan für das Büro

Ein Hygieneplan muss nicht kompliziert sein. Für die meisten Büros reicht eine Übersicht mit drei Spalten:

  • Sanitärräume reinigen und Material auffüllen

    Wie oft
    bei jedem Einsatz
    Wer
    Reinigungsfirma
  • Kontaktflächen wie Klinken und Schalter

    Wie oft
    wöchentlich, in Erkältungszeiten öfter
    Wer
    Reinigungsfirma
  • Spülschwämme und Tücher tauschen

    Wie oft
    wöchentlich
    Wer
    Team bzw. Office
  • Kühlschrank leeren

    Wie oft
    wöchentlich
    Wer
    Team
  • Kühlschrank innen reinigen

    Wie oft
    monatlich
    Wer
    Reinigungsfirma
  • Eigenen Arbeitsplatz freiräumen

    Wie oft
    täglich
    Wer
    jede Person

Hängen Sie den Plan in der Küche aus. Dann weiß jeder, was von ihm erwartet wird, und was die Reinigungsfirma übernimmt.

In der Erkältungszeit

In den Wintermonaten lohnt es sich, die Reinigung von Kontaktflächen vorübergehend zu verstärken: Türklinken, Lichtschalter, Aufzugsknöpfe und Küchengeräte häufiger abwischen, Seife und Papierhandtücher großzügig bereitstellen. Das lässt sich mit einer guten Reinigungsfirma flexibel vereinbaren, ohne den ganzen Vertrag zu ändern.

Abfall und Wertstoffe

Volle Papierkörbe und Mülleimer sind nicht nur ein optisches Problem. Speisereste in Büro-Papierkörben ziehen Gerüche und im Sommer Insekten an. Bewährt haben sich getrennte Behälter für Restmüll, Papier und Verpackungen in der Küche und ein klarer Rhythmus für das Leeren. Biomüll sollte nicht tagelang im Büro stehen.

Lüften gehört dazu

Zur Hygiene im Büro gehört auch frische Luft. Regelmäßiges Lüften senkt die Feuchtigkeit und verbessert die Luftqualität. Welche Anforderungen an die Lüftung von Arbeitsräumen gelten, beschreibt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.6 "Lüftung". Für den Alltag reicht meist eine einfache Regel im Team, zum Beispiel kurzes Stoßlüften nach Besprechungen.

Was eine Reinigungsfirma leisten kann und was nicht

Eine gute Reinigungsfirma sorgt dafür, dass Flächen regelmäßig und gründlich gereinigt werden, Sanitärräume hygienisch sind und Verbrauchsmaterial nicht ausgeht. Sie kann aber nicht verhindern, dass sich Keime zwischen zwei Einsätzen über Hände verbreiten. Hygiene im Büro ist deshalb immer eine Aufgabe für beide Seiten: die Reinigungsfirma für die Flächen, das Team für das eigene Verhalten. Am besten funktioniert das, wenn beides klar vereinbart und für alle sichtbar ist.

Hygiene in Praxen und sensiblen Bereichen

Für Arztpraxen, Physiotherapie oder andere Gesundheitsberufe gelten strengere Anforderungen als im normalen Büro. Hier gibt es in der Regel einen eigenen Hygieneplan der Praxis, an dem sich die Reinigung ausrichten muss. Wer eine Praxis reinigen lässt, sollte diesen Plan mit dem Anbieter durchgehen und festlegen, welche Bereiche die Reinigungsfirma übernimmt und welche das Praxisteam selbst verantwortet.

Hygiene in der Büroreinigung festlegen

Damit Hygiene nicht vom Zufall abhängt, gehört sie ins Leistungsverzeichnis: welche Kontaktflächen wie oft, wo gereinigt und wo desinfiziert wird, wer Verbrauchsmaterial auffüllt. Für Betriebe mit besonderen Anforderungen bieten wir eine eigene Hygienereinigung an.

Häufige Fragen

Die meisten Keime im Büro finden sich auf Flächen, die viele Menschen berühren: Türklinken, Lichtschalter, Aufzugsknöpfe, Küchengeräte, Wasserhähne und geteilte Tastaturen und Telefone.

Toiletten im Büro sollten bei jeder Reinigung und bei täglicher Nutzung täglich gereinigt werden. Die Arbeitsstättenverordnung verlangt eine Reinigung entsprechend den hygienischen Erfordernissen, die ASR A4.1 konkretisiert die Anforderungen an Sanitärräume.

Im Büro reicht in den meisten Bereichen eine gründliche Reinigung. Desinfektion ist in Sanitärräumen, an stark genutzten Kontaktflächen und bei besonderen Anforderungen wie in Praxen sinnvoll.

Quellen

  1. 01§ 4 Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV): Besondere Anforderungen an das Betreiben von Arbeitsstätten, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand: abgerufen Oktober 2026.
  2. 02Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A4.1 Sanitärräume, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Stand: abgerufen Oktober 2026.
  3. 03Händewaschen, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), infektionsschutz.de. Stand: abgerufen Oktober 2026.

Veröffentlicht am 21. Oktober 2026, zuletzt geprüft am 21. Oktober 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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