Warum die Unterscheidung wichtig ist
In Angeboten tauchen die Begriffe ständig auf, oft ohne Erklärung. Wer sie nicht kennt, vergleicht leicht Äpfel mit Birnen: Das eine Angebot enthält eine jährliche Grundreinigung, das andere nicht. Oder es wird eine Grundreinigung verkauft, obwohl eine bessere Unterhaltsreinigung das Problem gelöst hätte.
Unterhaltsreinigung: die laufende Reinigung
Die Unterhaltsreinigung ist das, was die meisten mit Büroreinigung meinen. Sie findet in einem festen Rhythmus statt und sorgt dafür, dass Räume im Alltag sauber und hygienisch bleiben.
Typische Tätigkeiten:
- Papierkörbe leeren, freie Flächen abwischen
- Böden saugen und feucht wischen
- Sanitärräume reinigen und Verbrauchsmaterial auffüllen
- Teeküche reinigen
- Kontaktflächen wie Türklinken und Lichtschalter abwischen
Der Rhythmus richtet sich nach der Nutzung. Ein voll besetztes Büro mit Kundenverkehr braucht häufiger eine Reinigung als eine Fläche mit wenigen Arbeitsplätzen. Welche Tätigkeit wie oft anfällt, steht im Leistungsverzeichnis.
Grundreinigung: gründlich in größeren Abständen
Auch eine gute Unterhaltsreinigung erreicht nicht alles. Mit der Zeit setzen sich Schmutz und Pflegemittelreste in Bodenbelägen fest, in Ecken und Fugen sammelt sich, was beim normalen Wischen bleibt. Die Grundreinigung entfernt diese Verschmutzungen, meist mit Maschinen und speziellen Reinigungsmitteln.
Typische Anlässe und Inhalte:
- Hartböden maschinell reinigen, alte Pflegefilme entfernen, neu einpflegen
- Teppichböden tiefenreinigen
- Fugen, Ecken und Kanten gründlich bearbeiten
- Heizkörper, Türen und Zargen komplett reinigen
- Sanitärräume von Kalk und Ablagerungen befreien
Wie oft eine Grundreinigung sinnvoll ist, hängt von Belag, Nutzung und Unterhaltsreinigung ab. Für viele Büros reicht ein- bis zweimal im Jahr, stark genutzte Eingangsbereiche brauchen sie öfter.
Sonderreinigung: wenn ein Anlass es erfordert
Eine Sonderreinigung ist keine Frage des Rhythmus, sondern des Anlasses. Sie wird einmalig vereinbart und separat berechnet.
Beispiele:
- Reinigung nach Umbau, Renovierung oder Handwerksarbeiten
- Reinigung bei Ein- oder Auszug
- Reinigung vor einer Veranstaltung, einem Audit oder einem wichtigen Kundenbesuch
- Reinigung nach einem Wasserschaden, soweit keine Spezialsanierung nötig ist
Zwischenreinigung: die Ergänzung im Alltag
Zwischen Unterhaltsreinigung und Grundreinigung gibt es in manchen Objekten eine Zwischenstufe. Die Zwischenreinigung ist gründlicher als die laufende Reinigung, aber weniger aufwendig als eine Grundreinigung. Typisch ist sie für stark beanspruchte Böden, etwa im Eingangsbereich oder in Fluren mit viel Verkehr. Sie verlängert die Abstände zwischen zwei Grundreinigungen und hält die Optik im Alltag gleichmäßiger.
Böden und ihre Pflege
Wie oft eine Grundreinigung nötig ist, hängt stark vom Bodenbelag ab. Grob lassen sich die häufigsten Beläge so einordnen:
- Teppichboden: wird bei der Unterhaltsreinigung gesaugt. Flecken und Laufstraßen entfernt eine Teppichreinigung, je nach Beanspruchung ein- bis zweimal im Jahr.
- Elastische Beläge wie Linoleum, PVC oder Vinyl: werden feucht gewischt und brauchen regelmäßig Pflege. Bei der Grundreinigung werden alte Pflegeschichten entfernt und der Belag neu eingepflegt.
- Fliesen und Naturstein: sind robust, aber Fugen und Oberflächen nehmen Schmutz auf. Naturstein verlangt passende Mittel, weil säurehaltige Reiniger ihn angreifen können.
- Parkett und Holz: vertragen nur wenig Feuchtigkeit und brauchen eigene Pflegemittel.
Für alle Beläge gilt: Die falsche Behandlung kann teuer werden. Ein guter Anbieter fragt bei der Besichtigung nach den Belägen und berücksichtigt sie im Leistungsverzeichnis.
Was die Reinigungsarten kosten
Die Unterhaltsreinigung wird meist als monatlicher Betrag auf Basis der vereinbarten Stunden abgerechnet. Grund- und Sonderreinigungen werden pro Einsatz berechnet, je nach Aufwand nach Stunden oder als Pauschale. Weil Grundreinigungen mehr Zeit, Maschinen und Mittel brauchen, kosten sie pro Quadratmeter deutlich mehr als eine laufende Reinigung, fallen aber viel seltener an. Mehr zu Preisen und Rechenwegen lesen Sie im Artikel Was kostet Büroreinigung?.
Woran Sie erkennen, dass eine Grundreinigung fällig ist
Eine Grundreinigung ist kein starrer Termin, sondern richtet sich nach dem Zustand. Typische Anzeichen:
- Böden wirken trotz regelmäßiger Reinigung grau oder fleckig.
- In Laufwegen zeichnen sich deutliche Straßen ab.
- In Ecken, an Fußleisten und unter Möbeln hat sich Schmutz festgesetzt.
- Fugen in Sanitärräumen sind dunkel geworden.
- Kalk an Armaturen und Fliesen lässt sich mit normaler Reinigung nicht mehr entfernen.
So organisieren Sie die Grundreinigung
Eine Grundreinigung braucht Vorbereitung. Möbel müssen teilweise verrückt werden, Böden brauchen Zeit zum Trocknen, und während der Arbeiten sollten die Räume nicht genutzt werden. Bewährt hat sich:
- Termin in einer ruhigen Phase wählen, zum Beispiel am Wochenende, in den Ferien oder zwischen den Jahren.
- Mitarbeitende rechtzeitig bitten, Schreibtische und Böden freizuräumen.
- Klären, welche Räume zu welcher Zeit nicht betreten werden dürfen.
- Nach der Grundreinigung die Unterhaltsreinigung prüfen, damit das Ergebnis lange hält.
Bauendreinigung: ein Sonderfall
Nach Umbau oder Renovierung bleibt feiner Baustaub, der sich auf allen Flächen absetzt, in Lüftungsgittern sammelt und bei jeder Bewegung neu verteilt. Eine Bauendreinigung entfernt diesen Staub gründlich, einschließlich Fensterrahmen, Heizkörpern, Steckdosen und Schränken innen. Planen Sie sie fest ein, bevor Mitarbeitende die Räume wieder beziehen, und stimmen Sie den Termin mit den Handwerkern ab, damit nach der Reinigung nicht noch einmal gearbeitet wird.
Die drei Reinigungsarten im Vergleich
Rhythmus
- Unterhaltsreinigung
- fest, z. B. täglich oder wöchentlich
- Grundreinigung
- in großen Abständen, z. B. jährlich
- Sonderreinigung
- einmalig, aus Anlass
Ziel
- Unterhaltsreinigung
- Sauberkeit im Alltag
- Grundreinigung
- Tiefe Verschmutzung entfernen, Beläge pflegen
- Sonderreinigung
- Zustand nach Ereignis herstellen
Abrechnung
- Unterhaltsreinigung
- laufend, meist monatlich
- Grundreinigung
- pro Einsatz
- Sonderreinigung
- pro Einsatz
Planbar
- Unterhaltsreinigung
- ja
- Grundreinigung
- ja
- Sonderreinigung
- meist kurzfristig
Typische Missverständnisse
"Die Grundreinigung ist im Monatspreis enthalten." Meist nicht. Fragen Sie nach, ob und wie oft eine Grundreinigung im Angebot steht. Ist sie nicht genannt, wird sie separat berechnet.
"Nach der Grundreinigung hält alles monatelang." Nur, wenn die Unterhaltsreinigung danach stimmt. Ohne passende laufende Pflege ist der Effekt schnell verschwunden.
"Sonderreinigung ist teuer, also verzichten wir darauf." Nach einem Umbau ist eine Sonderreinigung oft günstiger als der Versuch, den Baustaub über Wochen mit der laufenden Reinigung zu entfernen. Staub verteilt sich sonst immer wieder neu.
Wenn Sie unsicher sind, welche Reinigung Ihr Objekt gerade braucht, fragen Sie bei der Besichtigung danach. Ein guter Anbieter erklärt Ihnen, was sinnvoll ist und was nicht, statt Ihnen möglichst viele Leistungen zu verkaufen.
Was ist mit den Fenstern?
Die Glas- und Fensterreinigung wird meist separat vereinbart, weil sie andere Ausrüstung braucht und in eigenen Intervallen stattfindet, oft vierteljährlich oder halbjährlich. In der Gebäudereinigung gilt für Glas- und Fassadenreinigung sogar eine eigene, höhere Lohngruppe.
Wie Sie die Reinigungsarten sinnvoll kombinieren
Für die meisten Büros hat sich bewährt:
- Eine Unterhaltsreinigung mit Intervallen, die zur Nutzung jeder Raumgruppe passen.
- Eine Grundreinigung ein- bis zweimal im Jahr, zum Beispiel in einer ruhigen Phase wie den Sommerferien oder zwischen den Jahren.
- Eine Fensterreinigung in festem Intervall.
- Sonderreinigungen nach Bedarf, mit demselben Ansprechpartner.
Unser Jahres-Reinigungsplan auf der Seite Büroreinigung zeigt Ihnen, wie sich das über zwölf Monate verteilt, und lässt sich als PDF herunterladen.
