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Ratgeber für Unternehmen

Woran Sie eine gute Reinigungsfirma erkennen: Checkliste für Geschäftsführer

Porträt eines Gründers von CleanStar im dunkelblauen Polo vor hellem HintergrundLino ReshamGründer, Kundenbetreuung und QualitätZuletzt aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Eine gute Reinigungsfirma erkennen Sie daran, dass sie Ihr Objekt vor dem Angebot besichtigt, ein schriftliches Leistungsverzeichnis liefert, Stunden und Stundensatz offen ausweist und klar regelt, was bei Ausfall passiert. Dazu kommen ein fester Ansprechpartner, eine Betriebshaftpflicht und faire Kündigungsfristen.

Warum die Auswahl so schwierig ist

Reinigung ist Vertrauenssache. Fremde Menschen haben Schlüssel zu Ihren Räumen, sind oft allein im Gebäude und arbeiten, wenn niemand zusieht. Gleichzeitig sehen viele Angebote auf den ersten Blick gleich aus. Die Unterschiede zeigen sich erst nach Wochen und Monaten. Diese Checkliste hilft, sie vorher zu erkennen.

Vor dem Angebot

1. Besichtigung vor dem Preis

Ein seriöser Anbieter nennt keinen verbindlichen Preis, ohne Ihr Objekt gesehen zu haben. Nur bei einer Besichtigung lassen sich Räume, Böden, Sanitäranteil und Zugang einschätzen. Wer ohne Besichtigung einen Festpreis nennt, rechnet entweder mit großem Puffer oder wird später nachverhandeln.

2. Schnelle, verbindliche Rückmeldung

Wie schnell meldet sich der Anbieter nach Ihrer Anfrage? Kommt das Angebot zum versprochenen Termin? Die Art, wie ein Unternehmen vor dem Auftrag kommuniziert, ist ein guter Hinweis darauf, wie es danach kommuniziert.

Im Angebot

3. Ein Leistungsverzeichnis in Schriftform

Im Angebot sollte stehen, welche Räume mit welchen Tätigkeiten wie oft gereinigt werden. "Büroreinigung dreimal wöchentlich" reicht nicht. Wie ein gutes Verzeichnis aussieht, lesen Sie im Artikel Leistungsverzeichnis Büroreinigung.

4. Offene Kalkulation

Gute Angebote zeigen, wie viele Stunden pro Einsatz geplant sind und welcher Stundensatz gilt. So können Sie vergleichen und später prüfen, ob die vereinbarte Zeit tatsächlich geleistet wird.

5. Ein plausibler Stundensatz

In der Gebäudereinigung gilt ein Branchenmindestlohn. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt er in der Innen- und Unterhaltsreinigung 15,00 € pro Stunde. Dazu kommen für den Arbeitgeber rund 21 % Sozialversicherungsbeiträge, außerdem Urlaub, Krankheit, Material, Fahrten und Verwaltung. Ein Stundensatz, der nur wenig über dem Mindestlohn liegt, kann diese Kosten nicht decken. Fragen Sie in diesem Fall nach, wie das funktioniert.

6. Regelung für Ausfall und Urlaub

Fragen Sie konkret: Was passiert, wenn die Reinigungskraft krank wird oder Urlaub hat? Gibt es eine eingewiesene Vertretung, die Ihr Objekt kennt? Oder fällt die Reinigung einfach aus? Diese eine Frage trennt viele Anbieter.

Im Vertrag

7. Faire Kündigungsfrist

Lange Erstlaufzeiten oder automatische Verlängerungen um ein Jahr binden Sie, bevor Sie wissen, wie gut die Reinigung ist. Gute Anbieter bieten eine kurze Kündigungsfrist oder eine Probephase.

8. Klare Reklamationsregel

Steht im Vertrag, wie Mängel gemeldet werden, bis wann nachgereinigt wird und ob das extra kostet? Eine Nachreinigung bei berechtigter Reklamation sollte selbstverständlich kostenlos sein.

9. Betriebshaftpflicht

Lassen Sie sich bestätigen, dass eine Betriebshaftpflichtversicherung besteht. Fragen Sie auch, ob der Verlust von Schlüsseln abgedeckt ist. Ein verlorener Generalschlüssel kann eine teure Schließanlage betreffen.

Im Unternehmen

10. Ordentliche Anmeldung

Gebäudereinigung ist ein zulassungsfreies Handwerk. Einen Meisterbrief braucht ein Betrieb dafür nicht, er muss aber bei der Handwerkskammer im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke eingetragen sein und ein Gewerbe angemeldet haben. Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Steuernummer gehört auf jede Rechnung.

11. Fester Ansprechpartner

Gibt es eine Person, die Sie direkt erreichen und die Entscheidungen treffen kann? Oder landen Sie bei einer Hotline? Bei Problemen entscheidet sich hier, ob sie in einem Tag oder in drei Wochen gelöst sind.

12. Eigene Qualitätskontrolle

Wer kontrolliert die Arbeit, und wie oft? Ein Anbieter, der selbst kontrolliert, findet Mängel, bevor Sie sie finden. Ein Anbieter, der nur auf Ihre Beschwerden reagiert, macht Sie zum Kontrolleur.

Fragen für die Besichtigung

Nutzen Sie die Besichtigung, um den Anbieter kennenzulernen. Diese Fragen helfen:

  1. Wer genau wird bei uns reinigen, und wird das immer dieselbe Person oder dasselbe Team sein?
  2. Wie wird das Team in unser Objekt eingewiesen?
  3. Wie oft kommt jemand von Ihnen zur Kontrolle vorbei?
  4. Wen rufe ich an, wenn morgens etwas nicht passt, und wie schnell reagieren Sie?
  5. Wie gehen Sie mit Schlüsseln und Alarmcodes um?
  6. Welche Reinigungsmittel und Geräte setzen Sie ein, und wer stellt sie?
  7. Wie lange arbeiten Ihre Mitarbeitenden schon bei Ihnen?

Achten Sie nicht nur auf die Antworten, sondern auch darauf, welche Fragen der Anbieter selbst stellt. Wer nach Nutzung, Belägen, Zeiten und Ihren bisherigen Erfahrungen fragt, will das Objekt verstehen. Wer nur die Quadratmeter wissen will, rechnet vermutlich pauschal.

Warnsignale

Einige Anzeichen sprechen dafür, genauer hinzusehen:

  • ein Preis am Telefon, ohne Ihr Objekt gesehen zu haben
  • kein schriftliches Leistungsverzeichnis, nur ein Pauschalpreis
  • ausweichende Antworten auf die Frage nach der Vertretung bei Ausfall
  • lange Mindestlaufzeiten ohne Probephase
  • keine erreichbare Person mit Entscheidungsbefugnis, nur eine allgemeine Nummer
  • ein Stundensatz, der rechnerisch kaum die Lohnkosten decken kann

Keines dieser Signale beweist, dass ein Anbieter schlecht ist. Aber jedes ist ein Grund, nachzufragen.

Nach dem Start: die ersten Wochen

Auch der beste Anbieter braucht einige Einsätze, um ein neues Objekt kennenzulernen. Vereinbaren Sie eine Abnahme nach dem ersten Einsatz und eine kurze Begehung nach zwei bis vier Wochen. Melden Sie Auffälligkeiten früh, sachlich und konkret, am besten mit Raum und Uhrzeit. Ein guter Anbieter ist dankbar dafür, weil er so schneller nachsteuern kann.

Eine kurze Kündigungsfrist im ersten Monat gibt Ihnen in dieser Phase Sicherheit. Bei CleanStar können Sie im ersten Monat jederzeit kündigen, ohne Frist.

Referenzen richtig einordnen

Referenzen sind hilfreich, aber nur, wenn sie zu Ihnen passen. Eine Firma, die große Industriehallen reinigt, ist nicht automatisch die richtige für eine Kanzlei mit zehn Arbeitsplätzen. Fragen Sie nach Objekten, die Ihrem ähneln, und wenn möglich nach einem Kontakt, mit dem Sie kurz sprechen können. Bei jungen Unternehmen ohne lange Referenzliste zählen dafür andere Dinge mehr: wie sie Ihr Objekt besichtigen, wie klar das Angebot ist und wie gering das Risiko für Sie ist, etwa durch eine kurze Kündigungsfrist.

Diskretion und Umgang mit Unterlagen

Reinigungskräfte bewegen sich in Räumen, in denen vertrauliche Unterlagen liegen, Bildschirme laufen und Gespräche stattfinden. Klären Sie, wie damit umgegangen wird: Werden Unterlagen grundsätzlich nicht bewegt? Gibt es Räume, die nur in Anwesenheit gereinigt werden? Wer hat welche Schlüssel, und wird das dokumentiert? Ein guter Anbieter hat darauf klare Antworten und regelt sie im Leistungsverzeichnis.

Wie Sie Angebote fair vergleichen

Legen Sie die Angebote nebeneinander und rechnen Sie alle auf dieselben Werte um: Monatspreis netto, Stunden pro Monat, effektiver Stundensatz. Prüfen Sie dann, was jeweils enthalten ist und was fehlt. Unser Angebots-Vergleich übernimmt die Rechnung und weist neutral auf Unterschiede hin, zum Beispiel wenn ein günstiges Angebot keine Vertretungsregel enthält.

Die Checkliste auf einen Blick

  • Besichtigung

    Gute Antwort
    Ja, kostenlos und vor dem Angebot
  • Leistungsverzeichnis

    Gute Antwort
    Schriftlich, Raum für Raum, mit Intervallen
  • Kalkulation

    Gute Antwort
    Stunden und Stundensatz offen
  • Ausfall

    Gute Antwort
    Eingewiesene Ersatzkraft
  • Kündigung

    Gute Antwort
    Kurze Frist oder Probephase
  • Reklamation

    Gute Antwort
    Kostenlose Nachreinigung, klare Frist
  • Versicherung

    Gute Antwort
    Betriebshaftpflicht, Schlüsselverlust geklärt
  • Ansprechpartner

    Gute Antwort
    Fest, direkt erreichbar
  • Kontrolle

    Gute Antwort
    Regelmäßig durch den Anbieter selbst

Wie gut Ihre aktuelle Reinigung abschneidet, prüfen Sie in zwei Minuten mit unserem Reinigungs-Check. Die Checkliste gibt es außerdem als PDF zum Ausdrucken.

Download · PDF, kostenlos, ohne AnmeldungCheckliste: Woran Sie eine gute Büroreinigung erkennen

Häufige Fragen

Eine seriöse Reinigungsfirma erkennen Sie an einer Besichtigung vor dem Angebot, einem schriftlichen Leistungsverzeichnis, einer offenen Kalkulation nach Stunden, einer Regelung für Ausfälle, einer Betriebshaftpflicht und einem festen Ansprechpartner.

Nein, eine Reinigungsfirma braucht keinen Meister. Gebäudereinigung ist ein zulassungsfreies Handwerk nach Anlage B der Handwerksordnung. Der Betrieb muss aber bei der Handwerkskammer eingetragen sein.

Der Mindestlohn in der Gebäudereinigung beträgt seit dem 1. Januar 2026 in der Innen- und Unterhaltsreinigung 15,00 € pro Stunde und in der Glas- und Fassadenreinigung 18,40 € pro Stunde. Die Werte für 2027 werden derzeit verhandelt.

Quellen

  1. 01Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen in der Gebäudereinigung (TV Mindestlohn 2024), Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand: gültig bis 31.12.2026, abgerufen Oktober 2026.
  2. 02Handwerksordnung, Anlage B Abschnitt 1: Zulassungsfreie Handwerke, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand: abgerufen Oktober 2026.
  3. 03Sozialversicherung: die Beitragssätze für 2026, Haufe. Stand: 2026.

Veröffentlicht am 21. Oktober 2026, zuletzt geprüft am 21. Oktober 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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