Warum die Auswahl so schwierig ist
Reinigung ist Vertrauenssache. Fremde Menschen haben Schlüssel zu Ihren Räumen, sind oft allein im Gebäude und arbeiten, wenn niemand zusieht. Gleichzeitig sehen viele Angebote auf den ersten Blick gleich aus. Die Unterschiede zeigen sich erst nach Wochen und Monaten. Diese Checkliste hilft, sie vorher zu erkennen.
Vor dem Angebot
1. Besichtigung vor dem Preis
Ein seriöser Anbieter nennt keinen verbindlichen Preis, ohne Ihr Objekt gesehen zu haben. Nur bei einer Besichtigung lassen sich Räume, Böden, Sanitäranteil und Zugang einschätzen. Wer ohne Besichtigung einen Festpreis nennt, rechnet entweder mit großem Puffer oder wird später nachverhandeln.
2. Schnelle, verbindliche Rückmeldung
Wie schnell meldet sich der Anbieter nach Ihrer Anfrage? Kommt das Angebot zum versprochenen Termin? Die Art, wie ein Unternehmen vor dem Auftrag kommuniziert, ist ein guter Hinweis darauf, wie es danach kommuniziert.
Im Angebot
3. Ein Leistungsverzeichnis in Schriftform
Im Angebot sollte stehen, welche Räume mit welchen Tätigkeiten wie oft gereinigt werden. "Büroreinigung dreimal wöchentlich" reicht nicht. Wie ein gutes Verzeichnis aussieht, lesen Sie im Artikel Leistungsverzeichnis Büroreinigung.
4. Offene Kalkulation
Gute Angebote zeigen, wie viele Stunden pro Einsatz geplant sind und welcher Stundensatz gilt. So können Sie vergleichen und später prüfen, ob die vereinbarte Zeit tatsächlich geleistet wird.
5. Ein plausibler Stundensatz
In der Gebäudereinigung gilt ein Branchenmindestlohn. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt er in der Innen- und Unterhaltsreinigung 15,00 € pro Stunde. Dazu kommen für den Arbeitgeber rund 21 % Sozialversicherungsbeiträge, außerdem Urlaub, Krankheit, Material, Fahrten und Verwaltung. Ein Stundensatz, der nur wenig über dem Mindestlohn liegt, kann diese Kosten nicht decken. Fragen Sie in diesem Fall nach, wie das funktioniert.
6. Regelung für Ausfall und Urlaub
Fragen Sie konkret: Was passiert, wenn die Reinigungskraft krank wird oder Urlaub hat? Gibt es eine eingewiesene Vertretung, die Ihr Objekt kennt? Oder fällt die Reinigung einfach aus? Diese eine Frage trennt viele Anbieter.
Im Vertrag
7. Faire Kündigungsfrist
Lange Erstlaufzeiten oder automatische Verlängerungen um ein Jahr binden Sie, bevor Sie wissen, wie gut die Reinigung ist. Gute Anbieter bieten eine kurze Kündigungsfrist oder eine Probephase.
8. Klare Reklamationsregel
Steht im Vertrag, wie Mängel gemeldet werden, bis wann nachgereinigt wird und ob das extra kostet? Eine Nachreinigung bei berechtigter Reklamation sollte selbstverständlich kostenlos sein.
9. Betriebshaftpflicht
Lassen Sie sich bestätigen, dass eine Betriebshaftpflichtversicherung besteht. Fragen Sie auch, ob der Verlust von Schlüsseln abgedeckt ist. Ein verlorener Generalschlüssel kann eine teure Schließanlage betreffen.
Im Unternehmen
10. Ordentliche Anmeldung
Gebäudereinigung ist ein zulassungsfreies Handwerk. Einen Meisterbrief braucht ein Betrieb dafür nicht, er muss aber bei der Handwerkskammer im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke eingetragen sein und ein Gewerbe angemeldet haben. Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Steuernummer gehört auf jede Rechnung.
11. Fester Ansprechpartner
Gibt es eine Person, die Sie direkt erreichen und die Entscheidungen treffen kann? Oder landen Sie bei einer Hotline? Bei Problemen entscheidet sich hier, ob sie in einem Tag oder in drei Wochen gelöst sind.
12. Eigene Qualitätskontrolle
Wer kontrolliert die Arbeit, und wie oft? Ein Anbieter, der selbst kontrolliert, findet Mängel, bevor Sie sie finden. Ein Anbieter, der nur auf Ihre Beschwerden reagiert, macht Sie zum Kontrolleur.
Fragen für die Besichtigung
Nutzen Sie die Besichtigung, um den Anbieter kennenzulernen. Diese Fragen helfen:
- Wer genau wird bei uns reinigen, und wird das immer dieselbe Person oder dasselbe Team sein?
- Wie wird das Team in unser Objekt eingewiesen?
- Wie oft kommt jemand von Ihnen zur Kontrolle vorbei?
- Wen rufe ich an, wenn morgens etwas nicht passt, und wie schnell reagieren Sie?
- Wie gehen Sie mit Schlüsseln und Alarmcodes um?
- Welche Reinigungsmittel und Geräte setzen Sie ein, und wer stellt sie?
- Wie lange arbeiten Ihre Mitarbeitenden schon bei Ihnen?
Achten Sie nicht nur auf die Antworten, sondern auch darauf, welche Fragen der Anbieter selbst stellt. Wer nach Nutzung, Belägen, Zeiten und Ihren bisherigen Erfahrungen fragt, will das Objekt verstehen. Wer nur die Quadratmeter wissen will, rechnet vermutlich pauschal.
Warnsignale
Einige Anzeichen sprechen dafür, genauer hinzusehen:
- ein Preis am Telefon, ohne Ihr Objekt gesehen zu haben
- kein schriftliches Leistungsverzeichnis, nur ein Pauschalpreis
- ausweichende Antworten auf die Frage nach der Vertretung bei Ausfall
- lange Mindestlaufzeiten ohne Probephase
- keine erreichbare Person mit Entscheidungsbefugnis, nur eine allgemeine Nummer
- ein Stundensatz, der rechnerisch kaum die Lohnkosten decken kann
Keines dieser Signale beweist, dass ein Anbieter schlecht ist. Aber jedes ist ein Grund, nachzufragen.
Nach dem Start: die ersten Wochen
Auch der beste Anbieter braucht einige Einsätze, um ein neues Objekt kennenzulernen. Vereinbaren Sie eine Abnahme nach dem ersten Einsatz und eine kurze Begehung nach zwei bis vier Wochen. Melden Sie Auffälligkeiten früh, sachlich und konkret, am besten mit Raum und Uhrzeit. Ein guter Anbieter ist dankbar dafür, weil er so schneller nachsteuern kann.
Eine kurze Kündigungsfrist im ersten Monat gibt Ihnen in dieser Phase Sicherheit. Bei CleanStar können Sie im ersten Monat jederzeit kündigen, ohne Frist.
Referenzen richtig einordnen
Referenzen sind hilfreich, aber nur, wenn sie zu Ihnen passen. Eine Firma, die große Industriehallen reinigt, ist nicht automatisch die richtige für eine Kanzlei mit zehn Arbeitsplätzen. Fragen Sie nach Objekten, die Ihrem ähneln, und wenn möglich nach einem Kontakt, mit dem Sie kurz sprechen können. Bei jungen Unternehmen ohne lange Referenzliste zählen dafür andere Dinge mehr: wie sie Ihr Objekt besichtigen, wie klar das Angebot ist und wie gering das Risiko für Sie ist, etwa durch eine kurze Kündigungsfrist.
Diskretion und Umgang mit Unterlagen
Reinigungskräfte bewegen sich in Räumen, in denen vertrauliche Unterlagen liegen, Bildschirme laufen und Gespräche stattfinden. Klären Sie, wie damit umgegangen wird: Werden Unterlagen grundsätzlich nicht bewegt? Gibt es Räume, die nur in Anwesenheit gereinigt werden? Wer hat welche Schlüssel, und wird das dokumentiert? Ein guter Anbieter hat darauf klare Antworten und regelt sie im Leistungsverzeichnis.
Wie Sie Angebote fair vergleichen
Legen Sie die Angebote nebeneinander und rechnen Sie alle auf dieselben Werte um: Monatspreis netto, Stunden pro Monat, effektiver Stundensatz. Prüfen Sie dann, was jeweils enthalten ist und was fehlt. Unser Angebots-Vergleich übernimmt die Rechnung und weist neutral auf Unterschiede hin, zum Beispiel wenn ein günstiges Angebot keine Vertretungsregel enthält.
Die Checkliste auf einen Blick
Besichtigung
- Gute Antwort
- Ja, kostenlos und vor dem Angebot
Leistungsverzeichnis
- Gute Antwort
- Schriftlich, Raum für Raum, mit Intervallen
Kalkulation
- Gute Antwort
- Stunden und Stundensatz offen
Ausfall
- Gute Antwort
- Eingewiesene Ersatzkraft
Kündigung
- Gute Antwort
- Kurze Frist oder Probephase
Reklamation
- Gute Antwort
- Kostenlose Nachreinigung, klare Frist
Versicherung
- Gute Antwort
- Betriebshaftpflicht, Schlüsselverlust geklärt
Ansprechpartner
- Gute Antwort
- Fest, direkt erreichbar
Kontrolle
- Gute Antwort
- Regelmäßig durch den Anbieter selbst
Wie gut Ihre aktuelle Reinigung abschneidet, prüfen Sie in zwei Minuten mit unserem Reinigungs-Check. Die Checkliste gibt es außerdem als PDF zum Ausdrucken.
